Alle Farben malen Schwarz

Ausstellung / Installation
Kunstbalkon
02.09.2021 15:00 - 20:00 Uhr

Die Ausstellung „Alle Farben malen Schwarz“ ist das Ergebnis eines Kooperationsprojekts der Produzentengalerie kunstbalkon Kassel und dem Kunstverein Eulengasse, Frankfurt. Ende 2020 wurde die Ausstellung in Frankfurt gezeigt, zur KW35 wird sie nun in Kassel zu sehen sein.

"Mischt man Cyan, Magenta und Gelb in voller Intensität und in gleichen Anteilen zusammen, dann erhält man Schwarz, d.h., es wird kein Licht mehr reflektiert", weiß das Internet. Das mag für manche die erste Assoziation sein, wenn sie den Titel lesen. Die drei Künstler*innen interpretieren den Titel jeweils auf ihre eigene Art und Weise und werden ihm dabei auf unerwartete Weise gerecht.

Andrea Blumör zeigt in Öl gemalte Porträts von Frauen des 18. Jahrhunderts, deren Lebensgeschichten trotz ungewöhnlicher Leistungen und Verdienste so gut wie unbekannt geblieben sind.

Jörn Budesheim präsentiert kleinformatige Zeichnungen, die das Themenfeld poetisch durchqueren. Dafür hat Vládmir Combre de Sena (Kuration) den schönen Titel "Denken-Zeichnungen" geprägt.

Margrit Gehrhus recherchiert und sammelt international im Handel erhältliche Farbmixturen, die als Haut- oder Fleischfarbe gekennzeichnet sind. So dokumentiert sie und macht sichtbar, wie Vorstellungen von Hauttönen "konstruiert" und fixiert werden.

Christoph Schütte schrieb in der FAZ zu der Ausstellung:
"Wenn man es nicht besser wüsste, man müsste es für blanken Sarkasmus halten. Dabei darf man „Alle Farben malen Schwarz“, so der Titel der kleinen, präzise kuratierten Schau [...] durchaus ein Statement nennen. Ein Beitrag zu aktuellen Themen, aus verschiedenen Perspektiven verhandelt auf dem Feld der Kunst. Nur dass sich der Betrachter angesichts der Arbeiten von Andrea Blumör, Jörn Budesheim und Margrit Gehrhus nie bevormundet fühlt, nie auf der richtigen oder der falschen Seite stehend, sondern als Teil eines komplexen, mitunter widersprüchlichen Diskurses, der von postkolonialistischen Problemfeldern über das Skandalon des Rassismus bis zu Genderfragen reicht."

Kunstbalkon
© Kunstbalkon / Ausstellungsansicht
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